Luisa Rota Sperti ist in Lecco geboren und lebt und zeichnet in Mandello, am Fuße der Bergkette der Grigne.
Ihre ersten Zeichnungen entstanden im Jahr 1972 und seitdem ist sie (fast) immer bei ihrem ersten Ausdrucksmittel, dem Bleistift, geblieben.
Seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn sind Berge ihr bevorzugtes Motiv, angefangen von den ersten großen Zyklen Signore degli Anelli (Herr der Ringe, 1979-1982, 33 Tafeln) und Buddhacärita (1986-1989, 21 Tafeln).
Die Metaphysik der Berge ist es dann auch, die sie zu dem kreuzförmigen, durch Gregory Corso inspirierten Polyptychon Francesco e gli uccelli (Francesco und die Vögel, 1993 von Franco Maria Ricci ausgestellt) angeregt haben sowie zu dem Triptychon Milarepa: seine Verbrechen, seine Prüfungen und seine Befreiung.
Gleichzeitig entsteht Sacre Montagne (Heilige Berge, 1992-1993, 24 Tafeln) eine Reise zu den heiligen Bergen der Erde.
1994 interessiert sich die Künstlerin zum ersten Mal für den Monte Pelmo (8 Tafeln).
Aus dem Zusammentreffen von Bergen aus Gestein und symbolischen Bergen entstehen die Monasteri delle Meteore (Klöster der Meteore, 1995, 19 Tafeln) und Dieci Tori (Zehn Stiere), stark autobiographische Werke, denen 1997 das Werk Vitae Patrum folgt, auf dem das Herz des Felsen selbst mit der Stimme der Eremiten spricht.
Im selben Jahr entsteht auch Racconto di un pellegrino russo (Erzählung eines russischen Pilgers, 4 Tafeln), eine Hommage an Allen Ginsberg. Das Werk wird in Rom mit Erläuterungen von Carlo Ghielmetti ausgestellt.
Nach fünf Tafeln über die Dolomiti (Dolomiten) geht die Künstlerin mit Viaggiatori incantati e pellegrini auf den Spuren von Forschern, Bergsteigern und Missionaren auf eine symbolische Pilgerreise durch das alte Tibet. Das Werk findet seinen Abschluss in einem Portrait von Reinhold Messner.
2000 entstehtPino, la morte e il Pelmo (Pino, der Tod und der Pelmo), eine illustrierte Erzählung, die sich um den berühmten Gipfel der Dolomiten ("mein Kailãs") rangt und von einem "magischen Kind" erzählt, das mit den Naturelementen im Kontakt steht. Dieses Werk steht in enger Verbindung zu der Tatsache, dass die Künstlerin bis 1989 in der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Lecco tätig war.
Im Jahr 2000 organisiert die Galleria Bellinzona ebenfalls eine breitgefächerte anthologische Ausstellung mit einem von Alfredo Chiappori herausgegebenen Katalog. Den krönenden Abschluss des Jahres bildet die Veröffentlichung des Kalenders Grigne:12 guide un poeta (Grigne: zwölf Bergführer und ein Dichter) für den berühmte Bergführer der Dolomiten den Berghütten auf den Grigne einen Besuch abstatten.
Die Ereignisse des großen, "heroischen" Alpinismus, so wie Dino Buzzati ihn erzählt, sind das Thema des großangelegten Zyklus Dalle cattedrali della terra ai sentieri del cielo (Von irdischen Kathedralen zu Himmelswegen 2000-2002, 32 Tafeln), der in Valmadrera und Belluno bei wichtigen alpinistischen Veranstaltungen ausgestellt wird (Einführung von Roberto Mantovani).
Soziale Themen beseelen hingegen Mappa del mondo(Weltkarte), einen immerwährenden Kalender aus 12 Tafeln mit einem Text von Don Angelo Casati.
Auf die Biographie des Bergsteigers Casimiro Ferrari bezieht sich das Polyptychon Nessun uomo è un'isola (Kein Mensch ist eine Insel). Das Werk ist dem "König von Patagonien" gewidmet und stellt ihn selbst, seine Lehrer, Freunde und Schüler dar, unter anderem Riccardo Cassin, Carlo Mauri und Walter Bonatti. Von Patagonien erzählen auch die großen Formen aus Acryl, die die berühmtesten Gipfel dieses Landes nachzeichnen mit der Gravierung Cerro Torre, bei der Luisa Rota Sperti großzügigerweise von Giancarlo Vitali unterstützt wird.
Zu den letzten Werken zählt eine Art „Portrait-Märchen” in Anlehnung an die Vajont-Tragödie: 5 Tafeln mit Mauro Corona als Hauptfigur.
Einige Werke der Künstlerin sind in den höhergelegenen Berghütten der Grigne zu sehen: Elisa, Bietti, Rosalba, Brioschi und Bogani. In den Dolomiten Pino, la morte e il Pelmo auf einem Wanderweg der besonderen Art ausgestellt: der Weg Camminarte verbindet Berghütten miteinander, in denen die 11 Tafeln in einer permanenten Ausstellung zu sehen sind und mit Blick auf eben die Gipfel, die der Künstlerin als Inspirationsquelle dienten, bewundert werden können.
Die Ausstellungen "in Höhenlage" gipfeln 2006 in der Dino Buzzati-Ausstellung im "Messner Mountain Museum Dolomites", dem "Museum in den Wolken" auf dem Monte Rite.
(Traduzione a cura di Roberta Gado Wiener)
Der Kailash-Zyklus ist seit Juni 2007 im Besitz des Messner Mountain
Museums; im Moment befindet er sich im Castel Firmiano, bevor er seine
endgueltige Platzierung findet.
Vom 22. April bis 4. Mai 2008 hat Luisa eine Antologie der Dolomiten beim Filmfestival der Stadt Trento ausgestellt.